radio.string.quartet

radio.string.quartet

radio.string.quartet & Thomas Gansch

Wenn sich im Kernrepertoire eines Streichquartetts nicht das entsprechende Œuvre von Beethoven, Schubert oder Bartók vereint, sondern stattdessen der Weather-Report-Hit »Birdland« den Saiten entlockt wird, lohnt es sich, genau hinzuhören. Ob Radiohead, »Strange Fruit«, eine Hommage an das Mahavishnu Orchestra, »Moon River« oder der Einsatz von Stimme und Elektronik:

Ein Ensemble, das sich wie das radio.string.quartet aus so unterschiedlichen Inspirationsquellen speist und sich engstirnigen Genrezuweisungen entschlossen entzieht, ist für manche Überraschung gut. Das weiß auch der kreative Tausendsassa Thomas Gansch, bei dem kunstfertige Grenzgänge und Klangexkursionen solchen Formats ihre Entsprechung finden. So mangelt es nicht an Zündstoff für dieses spannungsgeladene und in dieser Art seltene Zusammentreffen.

Thomas Gansch – Trompete, Flügelhorn

radio.string.quartet
Bernie Mallinger – Violine
Igmar Jenner – Violine
Cynthia Liao – Viola
Sophie Abraham – Cello

 

radio.string.quartet – „B:A:C:H – like waters…“

Eine audio-visuelle Reise über eine barocke Solosonate.

Das radio.string.quartet hat die g-moll Violinsonate von J.S.Bach für sich adaptiert und stellt so diese 300 Jahre alte Musik in die heutige Zeit. Die Pfeiler der Komposition stehen stark verankert und in sich geschlossen, nur das Gewand wird der musikalischen Sprache des radio.string.quartet angepasst – und wird so zu einem zeitgemäßen Hörerlebnis, in dem die Band ihren einzigartigen Klangkosmos mit den Ideen und Formen des barocken Meisters verschmilzt. Würde so Musik klingen, hätte Bach sie im 21. Jahrhundert für ein Streichquartett komponiert? Es wäre jedenfalls eine Möglichkeit.

“Ich folge dem Lauf des Baches stromaufwärts. Immer schmäler wird sein Bachbett, immer leiser sein Rauschen. Bis ich schließlich an seiner Quelle angelangt bin – an dem Ort, an dem das Wasser aus dem Inneren des Berges ans Tageslicht tritt. Im Traum dringe ich, dem Wasser weiter folgend, in das Innere des Berges ein. Ich bewege mich in der Dunkelheit immer weiter vorwärts, bis ich schließlich zu einer Höhle gelange. Ich höre die Tropfen von der Decke der Höhle auf den Boden plätschern. Mit der Zeit entwickeln sie ihre eigene rhythmische Regelmäßigkeit, die mich langsam wie ein Sog in sich hineinzieht. Allmählich werden aus den Tropfen Töne, aus den Tönen werden Melodien. Der Bach lässt mich sein ursprüngliches Wesen erahnen und vermischt sich gemeinsam mit meiner Fantasie zu einer mir bekannten, aber neu gemalten Realität, die ich in diesem Moment wie ein Kind erlebe. Ich folge dem Weg.”

radio.string.quartet
Bernie Mallinger – Violine
Igmar Jenner – Violine
Cynthia Liao – Viola
Sophie Abraham – Cello

Peter Otto Moritz – sounddesign